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Salam ****

SALAM CHRISTIAN VERLAG

Werbung - Kostenfreies Rezensionsexemplar

"Orient-Kochbuch mit 60 Original-Rezepten aus Afghanistan, der Neuentdeckung der Orientküche. In der afghanischen Küche vereint sich das Beste der libanesischen, indischen und türkischen Küche. Grund dafür ist die Lage an der Seidenstraße: Handelsleute aus Nah und Fern reisten durch Afghanistan und hinterließen ihre kulinarischen Spuren. Die Speisen sind wie bei arabischen und orientalischen Gerichten üblich würzig, pikant und verzaubern mit einem phantastischen Aroma. Sie haben bereits ein Indien-Kochbuch, ein Libanon-Kochbuch oder eines zur syrischen Küche? Dann wird Sie dieses Afghanistan-Kochbuch begeistern. Zeit für etwas Neues!"

 

Seit ich Kochbücher rezensiere, habe ich mich auch intensiver mit den veröffentlichenden Verlagen auseinandergesetzt und beginne ein wenig zu verstehen, wer so welche Programmnische für sich gefunden hat, welche Bücher wie verlegt werden. Und ein wenig vielleicht auch, welche "Lieblingsverlage" Abseiten natürlich der Kochbücher selbst es für mich so gibt. Der Christian Verlag gehört auf jeden Fall dazu und daher kann ich hier schon einmal spoilern, dass auch mit diesem Buch wieder ein sehr schönes Werk herausgekommen ist.

 

Das Buch selbst kommt in normaler Größe und Dicke daher, ist von außen etwas zu glatt aber gleichzeitig auch ein wenig wertig geprägt und hat ein Lesebändchen. Die Eingangs verwendete Schrift im Inhaltsverzeichnis und auch später ist sehr schwer lesbar und soll wohl an die arabischen verschlungenen Schriftzeichen erinnern. Das ist mir etwas zu viel, ich liebe es ja im allgemeinen nicht, wenn man sich beim Setzen eines Buches mit so vielen Schriftarten austobt. Das Inhaltsverzeichnis selbst ist in Land, Leute, Küche und Kultur, danach Reis und Brit, Fleisch und Fisch, Gemüse und Süsses unterteilt und schließt mit einem Register und einer Info zum Autor und den Fotografen ab. In der kurzen Einleitung wird dann knapp umrissen, worum es dem Autor in der afghanischen Küche geht und dass er eine Mischung aus bekannten aber auch eher weniger bekannten Gerichten in diesem Buch vereint.

 

Es folgen Landschafts- und Personenaufnahmen auf Doppelseiten, die Bilder sehen wertig aus und sprechen mich an. Im Kapitel Reis und Brot erfahre ich wieder einmal, dass der Reis vorab einzuweichen ist und warum. Dies muss ich gestehen, kommt bei mir beim Nachkochen meist zu kurz, ich werde aber nun wirklich mal damit anfangen. Das erste Rezept im Buch ist dann ein Gericht mit Reis (mit Lamm, Karotten und Rosinen) und der Aufbau und vor allem die Fotos zum Gericht sprechen mich unglaublich an. Das Essen steht im Vordergrund, der orientalische Hintergrund des Bildes schafft Atmosphäre - ja, gute Kochbuchwertungen entstehen bei mir auch über die Macht der Bilder, ich bekenne mich hier etwas subjektiv.

 

Die Rezepte passen dabei auf eine Doppelseite und fast alle Gerichte sind bebildert. Zwischen den Kapiteln dann immer wieder tolle Bilder von Land und Leuten. Und vor allem von ganzen Essenstafeln mit vielen Gerichten, so stellt man sich das vor und könnte ich bitte alle tollen Schalen, Behälter und Foodprops nach Hause geliefert bekommen (also mit dem Essen darin)? WOW!

 

Beim Durchblättern auf der Suche nach einem Rezept zum Nachkochen landen schnell vielerlei Zettel an den Gerichten. Alle scheinen mit einem einigermaßen normal sortierten Gewürzschrank machbar, die Zutaten kann man insbesondere in der Sommerzeit gut auf dem Markt erhalten, das passt auch und sollte auch ungeübte Kocher vor keine Rätsel in der Beschaffung stellen. Viele Gerichte sind "geradeaus", ja eher selten für den Ruf der orientalischen Küche, zum Beispiel Hackbällchen in Tomatensauce der Klassiker, der mit wenig Zutaten ein köstliches Gericht zaubert.

 

Zum Nachkochen wähle ich dann eine Hackfleisch-Nudel-Suppe, ich bin überrascht über dieses Rezept, es wird Lammhack und Spaghetti verwendet. Sehr entspannt finde ich im Übrigens den Einsatz von Dosenprodukten, hier wird nicht lange gezaudert und eine Dose Kichererbsen und Kidney-Bohnen gefordert. "Schnelle" Küche, ganz meins. Es wird dann auch quasi eine One-Pot-Herstellung, die Nudeln werden mit den Kichererbsen und den Bohnen gekocht, hier muss man den Satz kräftig würzen wirklich ernst nehmen aber das Ergebnis überzeugt, gleichwohl die Zubereitungsart etwas seltsam anmutet. Ansonsten passt alles, obwohl ich Rezeptanweisungen, in denen im Gericht zwei mal Knoblauch verwendet und also auch zweimal gehackt wird, etwas schräg finde.

 

Im nächsten Kapitel folgen dann Gemüsegerichte, Teigtaschen mit Kartoffelfüllung, ein Blumenkohlcurry, würzige Buschbohnen und vieles mehr. Ein Kidneybohneneintopf besteht dabei aus einer großen Dose Bohnen, Tomaten, Zwiebeln und Gewürzen, das ist schon sehr einfach gehalten. Im Süßen Kapitel dann noch ein paar Highlight, zum Beispiel sehr einfache aber granatengute "Vermicelli" mit Milch und Mandeln (das sind die durchsichtigen Nudeln, die auch in thailändischen Sommerrollen verwendet werden).

 

Alles in allem ist dieses Buch wunderbar zu empfehlen, vor allem all jenen, die vielleicht einen Einstieg in die orientalische Küche suchen und sich bisher gescheut haben, loszulegen. Hier ist man mit meist wenigen Zutaten schnell am Start und auch die Herstellung vieler Gerichte ist alltagstauglich und dauert nicht ewig. Ich selbst bin von vielen Gerichten eben deshalb angetan, finde aber als geübte Köchin nicht wirklich neue Anregungen. Daher gibt es hier ein Seegras Abzug, was aber wirklich sehr subjektiv ist.

BUCHWERTUNG

Nachgekochte Rezepte

Hackfleisch-Nudel-Suppe

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Angaben zum Buch

SALAM

Die Orientküche meiner afghanischen Heimat. Magisch. Geheimnisvoll. Überraschend.

Imraan Safi, Arina Meschanova und Vjacheslav Shishlov

Christian Verlag

ISBN: 9783959615419

Erschienen am 18.05.2021

224 Seiten

ca. 100 Abbildungen

Format 19,3 x 26,1 cm

Hardcover

TrANSPARENZ & QUELLEN

Das Kochbuch "Salam" von Imraan Safi, Arina Meschanova und Vjacheslav Shishlov wurde mir für diese Rezension kostenfrei vom Christian Verlag zur Verfügung gestellt. Es fand keine Vergütung dieses Artikels statt. Der Text zur Rezension basiert auf meiner eigenen Bewertung und wurde nicht mit dem Verlag abgestimmt. Quellen Bilder & Zitate: Verlag.

 

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