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Der Duft von Zimt & Zedern *****

DER DUFT VON ZIMT & ZEDERN

WERBUNG - KOSTENFREIES REZENSIONSEXEMPLAR

"Die Küche der Levante verströmt den Zauber von 1001 Nacht: würziger Duft, betörende Aromen und pikante Speisen. Autorin Merijn Tol zog deshalb durch die Gastroszene Beiruts, um die leckersten libanesischen Gerichte zu entdecken. In diesem Kochbuch nimmt sie uns auf ihrer spannenden Reise mit. Man kann nicht anders, als sich in das warmherzige Gesicht der Stadt zu verlieben. Und von orientalischen Köstlichkeiten bekommt man sowieso nie genug."

 

Der Eingangstext des Verlages macht sofort Lust auf mehr. Und das Buch selbst auch, wie es da so in wunderbaren harmonischen Farben vor mir liegt. Neben der nordischen und italienischen Küche freue ich mich zudem auf neue Rezepte "aus der Levante" von der niederländischen Autorin Merijn Tol. Merijn hat eine Instagram-Seite und viele kennen bestimmt schon ihr Buch Souq* aus dem Jahre 2018 und Mediterranea* aus dem letzten Jahr zusammen mit Nadia Zerouali.

 

Das Buch selbst kommt in gutem Kochbuch-Format daher, ist fest und samtig gebunden, hat schönes, griffiges Papier, ein dunkelgrünes Lesebändchen und fast zu jeden Rezept ein Foto. Leser, die hier schon länger den Rezensionen folgen wissen damit folgendes: das Kochbuch fällt voll in mein Beuteschema.

 

Aber habe ich hier tatsächlich ein Kochbuch in den Händen? Selbst auf dem Cover findet man ja den Verweis auf 60 Rezepte. Hier entsteht ggf. ein falscher Eindruck, denn dieses Buch ist viel mehr. In einem Vorwort der Autorin erfahren wir zuerst hiervon und nach einem kurzen Kapitel zur Vorratskammer & Gewürzen wird klar, worum es hier wirklich geht: um die Liebe zu einer Stadt. Beirut, eine der ältesten Städte der Welt, hat die Autorin gepackt und nicht mehr losgelassen. Im ersten Kapitel des Buches führt sie uns Leser daher erstmal ordentlich historisch ein und schon liebe ich dieses Buch: ordentliche Recherche und schöne Sprache, man kann direkt an die Geschichte anknüpfen und erfährt neben der Vergangenheit zur Stadtgeschichte auch, warum die Autorin sich in Beirut verliebt hat. Allein das ist spannend, ich lerne dazu und stelle fest, dass der aktuelle Trend, nicht nur ein Kochbuch zu schreiben, sondern eine Geschichte zu erzählen, mir ausnehmend gut gefällt.

 

Auf Seite 43 finde ich dann das erste Rezept im Buch: Labneh, ein an sich unspäktakulärer abgetropfter Joghurt, anders kann man es nicht nennen. Aber die Wahl des ersten Rezeptes hat somit schon etwas symbolisches, denn Fladebrot und Labneh gehören eben zu den absoluten Basics der Levante-Küche. In Beirut, teilt die Autorin mit, kaufe sie Labneh fertig, hier erfahren wir, wie einfach er herzustellen und in 4 weiteren Rezepten, zu verfeinern ist.

 

In Kapitel 2 wird dann der Aufbau des Buches klarer und die Geschichte um Beirut weiter aufgesponnen. Der Leser wird entlang der einzelnen Stadtviertel von Beirut durch die Rezepte geleitet. In jedem der 6 Hauptkapitel stellt die Autorin eines davon vor, gefolgt von Geschichten, die sie mit Freundinnen oder anderen Menschen dort geteilt hat, wichtigen Adressen danach dann die Rezepte, etwas unsortiert - zumindest ist hier für mich keine klare Sortierung zu erkennen, muss ja aber auch nicht. Man findet also eine Mischung aus kulinarischem Stadtführer und tollen Rezepten.

 

Die Rezepte selbst sind wie gesagt bunt gewürfelt, man findet alles - wenn man etwas sucht, muss man aber tatsächlich zum Register greifen, sonst ist man verloren. Fladenbrot ist in einem der Stadtteile angesiedelt, zusammen mit ein paar süßen Sachen kommen in einem anderen Kapitel gemüsige Gerichte daher. Fleisch findet man hier und da in den Rezepten als Hackbällchen oder auch Suzuk-Wurst nie wirklich dominant, es überwiegen herzhafte und süße vegetarische Gerichte und niemand hat versucht, aus der Levante-Küche eine vegane zu machen, zum Glück bei all den guten Milchprodukten, die in den Rezepten vorkommen. Dies heisst nicht, der vegane Genießer würde hier nichts finden, denn viele Rezepte kommen an sich schon ohne tierische Produkte daher, eine der tollen Eigenschaften dieser Küche.

 

Nachgekocht habe ich dann Makhlouta, ein Graupenrisotto mit Bohnen und Kichererbsen. Hier war die Zutatenliste übersichtlich, nicht jeder hat vermutlich alle orientalischen Gewürze, Orangenwasser oder andere Spezialitäten im Schrank, dass muss man einplanen. Wer aber häufiger aus der orientalischen Küche kocht, dürfte hier keinerlei Probleme haben oder fängt eben hier endlich an, einen kleinen Vorrat dazu anzulegen. Wie die meisten Rezeptbeschreibungen passt der Text auf eine Seite, ein wirklich schönes Foodfoto daneben regt zum nach kochen an und ich finde, die Übersetzung aus dem niederländischen Original ist gelungen. Für das Würzen braucht man ein wenig Erfahrung & Mut, dies schreibt die Autorin auch im Vorwort: die an Salz verwendete Menge ist z.B. selbst zu bestimmen, auch gemahlener Zimt wird in der Zutatenliste am Rezept nur an sich genannt und nicht wieviel. Das könnte für Anfänger schwierig werden, hier muss man laut Frau Tol eben Zeit mitbringen, immer wieder probieren und ein Gericht so perfekt würzen.

 

Kommen wir zur Wertung. Ich finde das Buch großartig gestaltet und geschrieben, verliere mich in der Stadtbeschreibung und der Verbundenheit der Autorin zu Beirut und vergebe daher die volle Punktzahl. Für Levante-Neulinge gebe ich zu bedenken, dass es sich hier eben nicht um ein "einfaches Kochbuch" mit Basisrezepten aus 3 Zutaten und Standardgewürzen handelt, sondern um einen Streifzug durch eine Stadt und durch ihre Rezepte, so einfach sie sein können, so opulent sie aber auch in der Levante-Küche daher kommen. 

BUCHWERTUNG

Nachgekochte Rezepte

Makhlouta (Graupenrisotto mit Bohnen und Kichererbsen)

 

 

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Angaben zum Buch

ISBN: 9783959614887

Erschienen am 31.03.2021

272 Seiten

Folienprägung

ca. 200 Abbildungen

Format 19,3 x 26,1 cm

Hardcover mit Leineneinband

 

TrANSPARENZ & QUELLEN

Das Kochbuch "Der Duft von Zimt & Zedern" von Merijn Tol wurde mir für diese Rezension kostenfrei vom Christian Verlag/ GeraNova Bruckmann Verlagshaus GmbH zur Verfügung gestellt. Es fand keine Vergütung dieses Artikels statt. Der Text zur Rezension basiert auf meiner eigenen Bewertung und wurde nicht mit dem Verlag abgestimmt. Quellen Bilder & Zitate: Verlag.

 

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