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Bali ***

BALI SÜDWEST VERLAG KOCHBUCH REZENSION

Werbung - Kostenfreies Rezensionsexemplar

"Bali, wo die Götter auf dem Vulkan wohnen, die Regenwälder und Reisfelder vor Fruchtbarkeit strotzen, wo das Erbe der Vergangenheit breitverwurzelt bis in die Gegenwart reicht und die Menschen mit derart viel Hingabe leben – an diesem Ort sind Spiritualität und Essen untrennbar miteinander verknüpft. Die beiden Autorinnen haben sich auf den Weg gemacht, dieses Netz von Glauben, Aberglauben, Symbolik, Ritualen, Handwerk und gutem Essen zu entdecken. Sie möchten dazu beitragen, den Bali-Spirit zu verbreiten: Ein genussvolles Leben im Einklang mit der eigenen Spiritualität, der Natur und den Mitmenschen – eng verbunden mit gutem Essen. Gesammelt haben die Fotografin Vivi D'Angelo und die Foodexpertin Antje de Vries begeisterte, neugierige und genussvolle Blicke auf die enge Verknüpfung von Spiritualität und Essen auf Bali, im Alltag und an den Feiertagen. Ergänzt durch Rezepte, die den authentischen Geschmack, aber auch persönlichen Spielraum eröffnen und erzählt in einem sehr persönlichen Reisebericht, der weit hinter die Kulissen der Urlaubsinsel reicht."

 

Vielleicht kommt dieses Buch mit 3 Seegräsern zu schlecht weg, dies sei vorab gesagt. Denn ich denke, man kann es auch anders bewerten, es ist aber sicher ein Buch, an dem sich die Bewertungen der LeserInnen sehr unterscheiden werden und das hat auch viel mit der Erwartungshaltung zu tun. Wer eine Reise nach Bali plant, ist mit diesem Buch als Ergänzung zu einem klassischen Reiseführer gut bedient, denn in all den Texten um Menschen, Rituale und Spiritualität beschreiben die Autorinnen viel von der Insel. Wer ein Kochbuch sucht oder einiges von der Küche auf Bali lernen möchte, kommt etwas knapper weg. Wer viele Rezepte finden möchte, ebenfalls. Dieses Buch ist ein Reisebericht mit Rezepten und nicht andersherum, nicht das Essen steht im Vordergrund. Zudem ist es ein Buch, welches auf eine Art und Weise sortiert ist, die die Autorinnen selbst als zufällig beschreiben. Man soll sich treiben lassen, man kann in dem Buch "einsteigen", wohin die Welle einen trägt. Das finde ich an sich gut, in diesem Buch hat das für mich trotz all der spannenden Kapitel aber leider nicht so schön funktioniert, wie erwartet.

 

Das Buch selbst ist ein schwerer, wertig gestalteter Schmöker mit mattem Papier und vielen Fotos von Land und Leuten und ein paar von nachgekochten Gerichten. Das Buch hat ein Lesebändchen. Alle Rezepte (außer ein paar Standards zu Gewürzpasten und Co.) haben eine Textseite und ein ganzseitiges Foto, das finde ich gut. Die Textseite ist für mich aber etwas überfrachtet und hat zu viele Schriftarten, da wäre ein reduzierteres Setzen für mich auch ok gewesen. Aber auch das ist wohl Geschmacksache. Bildbände bringen ja immer eine gesamte Stimmung herüber und diese hier ist tatsächlich "balinesisch" gelungen, das Gesamtwerk ist optisch stimmig. Leider erinnert es mich aber an mein erstes Kochbuch der thailändischen Küche von vor 20 Jahren, es ist irgendwie ein wenig retro? Ich komme visuell nicht drauf, woran das  liegt.

 

Wie gesagt, gibt es keine große Sortierung im Buch, die Kapitel "Tempel für die Götter", "Babi fürs Baby", "Gemeinschaft & Genuss", "Markt der Farben" und ähnliches könnten so, aber auch anders angeordnet oder gelesen werden. Ist man direkt auf der Suche nach einem Rezept, verwendet man vielleicht besser das Register am Ende des Buches, hier sind alle Rezepte einmal nach Namen und nach Hauptzutat, also zum Beispiel Fleisch, Obst, Salat, Fisch, Gemüse und Desserts aufgeführt. Leider tragen im Register die Rezepte nur ihren balinesischen Namen, z.B. Klepon Hijau, das ist etwas schade, kann ich die Sprache doch nicht. Schlussendlich blättere ich einmal durch das Buch um Gerichte zum Nachkochen zu finden. Es gibt dabei wenig "Klebezetteln", viel springt mich nicht an.

 

Dabei erfahre ich jedoch viel über die Insel Bali, dieses Buch ist wirklich mehr ein Reisebericht. Als Rezepte gibt es dann z.B. die Spieße aus gehacktem Fisch, ein aufwändiges Schlachtefestgericht oder ein paar Nachtische. Allen Gerichten ist gemein, dass man mit den Standardgewürzen aus Asien (Kaffirlimettenblättern, Zitronengras usw.) gut auskommt, der Asialaden um die Ecke sollte alle gewünschten Zutaten bereit halten.

 

Ich koche dann eine Hühnersuppe nach. Das klingt jetzt etwas unspektakulär, aber insbesondere dieses Gericht versöhnt mich wieder mit dem unerwarteten Inhalt des Buches, das Nachkochen gelingt problemlos und ein besonderer Twist, das "zerbröselte Kropok" (das sind die weißen Chips vom Chinesen, die es im Supermarkt auch schon fertig frittiert gibt) über die Suppe zu streuen, gefällt mir gut. In einem anderen Gericht werden Würste mit viel Schweineinnereien gemacht, hier wäre ein Kochanfänger sicher verloren. Aber, bei der geringeren Anzahl an Gerichten, ist dieses Buch auch nicht für diese geeignet.

 

In Summe ist also mit 3 von 5 Seegräsern die Wertung von mir durchmischt. Würde ich das Buch als Reisebericht bewerten, hätte es 4 Seegräser bekommen mit einem Abzug für manche Teile des Buches, die mir optisch nicht so gut gefallen. Wer Freunde hat, die eine Reise nach Bali planen, sollte dieses Buch beim nächsten Treffen als Geschenk aber unbedingt in Betracht ziehen.

BUCHWERTUNG

Nachgekochte Rezepte

Soto Ayam, S. 295, Hühnersuppe

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Bali*

LESEPROBE

Angaben zum Buch

Viviana D'Angelo , Antje de Vries

Bali

Essen mit den Göttern

Hardcover, Pappband,

304 Seiten, 21,5 x 28,0 cm

ca. 200 Farbfotografien

ISBN: 978-3-517-09923-1

Erschienen am  13. September 2021

TrANSPARENZ & QUELLEN

Das Kochbuch "Bali" von Viviana D'Angelo und Antje de Vries wurde mir für diese Rezension kostenfrei vom Südwest Verlag zur Verfügung gestellt. Es fand keine Vergütung dieses Artikels statt. Der Text zur Rezension basiert auf meiner eigenen Bewertung und wurde nicht mit dem Verlag abgestimmt. Quellen Bilder & Zitate: Verlag.

 

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