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Bock auf handfestes Essen **

BOCK AUF HANDFESTES ESSEN REZENSION KOCHBUCH

Werbung - Kostenfreies Rezensionsexemplar

"MAHLZEIT! Semi Hassine kocht in seinem Restaurant Fachwerk in Hattingen (NRW) das, was die Menschen in der Region gerne essen – traditionelle Hausmannskost mit Raffinesse: ein klassisches Beef-Tatar, doch ganz anders mit Avocado und Passionsfrucht, ein perfekt gegrilltes Tomahawk Steak oder exotische Suppen aus heimischem Gemüse. Aber auch mal ein würzig-frisches Taboulé mit Bulgur und Minze ist dabei. In seinem Kochbuch findet man genau diese einfachen, bodenständigen Rezepte. Mal ganz traditionell und mal neu erfunden mit dem Blick in alle Himmelsrichtungen.

 

Der umtriebige Westfale ist regelmäßig im TV zu sehen, wenn es darum geht Grundsätzliches in der Küche zu erklären: was taugen Lebensmittel vom Discounter, wie gelingt der Festtagsbraten wirklich, wie kriege ich das perfekte Schnitzel hin. Semis Devise: Kochen macht Spaß! Und den will er an seine Gäste und seine Leser weitergeben."

 

Hach, hach, hach. Dieses Buch bereitet mir Kopfzerbrechen, die Zeilen hier gelingen schwer. Hin- und hergerissen bin ich in meiner Bewertung. 2 von 5 Seegräsern scheinen schon arg, bin ich beeinflusst, zu streng? Aber der Reihe nach.

 

Von außen kommt das Buch schmaler und etwas kleiner als andere Kochbücher daher, das Titelbild zielt auf den Autor und den Pott ab, ja, den Ruhrpott, da habe ich tatsächlich einen Teil meiner Wurzeln und kenne mich ein wenig aus, auch wenn der Hauptanteil meiner Familie längst woanders wohnt, da fährt man hin, da kommt man wech. Aber zurück zum Papier, weg vom Stahl. Ich mag ja aktuell Kochbücher nicht so, bei denen es um eine Person geht. HIer geht es aber nun um einen Koch und da passt das schon. Im Intro passt allerdings eines dann so gar nicht. Zitat: "Wir hier im Pott sind allesamt einfach gestrickt. Firlefanz gibt's woanders, und so versteht sich unsere handfeste Küche für Familien mit starken Männern, sanften Frauen und strammen Kindern". Echt jetzt? Wann um Himmels willen war denn das Lektorat eingebunden, bevor diese Einleitung veröffentlich werden konnte??? Vermutlich steckt mir dieses Intro bis zum Ende der Rezension so derart in den "Knochen", dass hier ab jetzt nichts mehr zu retten ist. Im übrigen ist das Inhaltsverzeichnis strukturiert in "Vorab und zwischendurch", "Mindestens ein Süpphen", "Salat & Co.", "In der Hauptsache" und "Semin Finale", gefolgt von einer "Kleinen Kochschule".

 

Bilder, wenn mal nicht vom Autor, sind eher so klarer und ohne viel Schnörkel, das passt zur allgemeinen Buchaussage, spricht mich aber durchgehend vom Fotostil nicht so an. Die Gerichte sind aber alle klar im Mittelpunkt des Bildes, hier war auf jeden Fall eine gute Fotografin am Werk. Was mich aber sehr stört: einige Doppelseiten mit collageähnlich angeordneten Bildern sind entweder fett gelb oder fett rot umrandet. Keine chilligen Wohlfühlfarben für mich sanftes Wesen.

 

Nun zum Essen: nachgekocht habe ich eine Fischsuppe. Hier zeigt sich zum einen die Stärke des Buches: rustikale Pottgerichte, die aber immer einen kleinen Pfiff haben, ein wenig "Fusion Kitchen". Dann aber: man verwende "eingeweichte Kichererbsen", schneide eine Handvoll von jenem und diesem - aber Achtung "da meine Hände etwas größer sind, bitte nach Geschmack" und "zum Schluss die Frikkörner (Gerstenschrot) untermischen und die Suppe weiterköcheln, bis diese gar sind". Davor war schon der Fisch in die Suppe (in kleinen Stücken) und im Ergebnis konnte ich mich (als geübte Köchin) entscheiden, ob entweder Kichererbsen vorgekocht hätten sein sollen oder wahlweise Erbsen und Schrot nicht gar oder der Fisch zerkocht gewesen wäre. Nicht so toll, das Rezept. Auch ansonsten springen mich die Gerichte nicht zum Nachkochen an. Tunesische Teigtaschen werden gefolgt von einem klassischen Gänsebraten, es kommt einfach kein Flow auf für mich. Und immer wieder erschrecke ich bei den großen roten Überschriften, das Layout will mir nicht gefallen.

 

Alles in allem also bin ich von diesem Buch schon enttäuscht. Mit großer Pottliebe und Verbundenheit hat es mich so gar nicht mitgerissen. Auch für Kochanfänger glaube ich, ist es nicht geeignet und es ist am Ende weder ein gutes Pott-Buch noch funzt das "Neue", was er den traditionellen Gerichten hinzugefügt hat. Schade eigentlich. Ich kann das Buch leider nicht empfehlen aber Geschmäcker sind ja zum Glück unterschiedlich.

 

BUCHWERTUNG

Nachgekochte Rezepte

CHORBA - Pikante Suppe mit Fisch (S. 47)

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LESEPROBE

Angaben zum Buch

Bock auf handfestes Essen

Semi Hassine

südwest Verlag

Hardcover, Pappband, 160 Seiten, 19,5 x 24,0 cm

circa 100 Farbfotos

ISBN: 978-3-517-09989-7

Erschienen am  07. September 2021

TrANSPARENZ & QUELLEN

Das Kochbuch "Bock auf handfestes Essen" von Semi Hassine wurde mir für diese Rezension kostenfrei vom südwest Verlag zur Verfügung gestellt. Es fand keine Vergütung dieses Artikels statt. Der Text zur Rezension basiert auf meiner eigenen Bewertung und wurde nicht mit dem Verlag abgestimmt. Quellen Bilder & Zitate: Verlag.

 

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