SCHLEHEN-MARMELADE

SCHLEHEN-MARMELADE

 

Letzte Woche Samstag waren wir bei uns in der Leinemasch, einem Naturgebiet direkt in Laufnähe. Wir wollten einen kleinen, aber zügigen Spaziergang machen, eine Runde dauert je nach Strecke zwischen 1h und 2h und ist bei jeder Jahreszeit superschön. Zum einen, weil man direkt in der Natur landet, zum anderen, weil man durch die Obstplantage unseres Bauer Hahne kommt und dabei den jeweils aktuellen Stand der Früchte beobachten kann. Von wunderbar blühenden Apfelbaumfeldern im Frühling bis hin zu überquellenden Birnenbäumen derzeit ist alles dabei. Am Ende der Strecke haben wir dabei  einen anderen Dorfbewohner beim Pflücken von dunkelblauen Früchten von einer Art Strauch beobachtet. Es stellte sich durch Nachfragen heraus, dass er Schlehen für seinen Schlehenlikör erntete. 

 

Schlehen kannten wir natürlich vom Namen, hätte ich sie bestimmen müssen, wäre ich bis jetzt jedoch ins Straucheln gekommen und hätte eher so auf eine Mirabellenfrucht in gelb getippt. Weit gefehlt. Blau sind sie, relativ klein und ebenfalls wieder erwarten mit einem kompakten Kern.

 

Auf Wikipedia wurde sogleich alles wissenswerte zum Schlehendorn recherchiert und am nächsten Tag ging es noch mal los, zur eigenen Ernte. Laut Beschreibung ist man am besten nach dem ersten Frost unterwegs, weil die Gerbsäure in den Früchten dann noch einmal weniger durchschlägt und die Früchte noch süßer werden. Süß fanden wir sie schon sehr (nach der Zubereitung) und leicht zu pflücken, ein sicheres Anzeichen für genügend Reife, waren sie auch.

 

Zuhause wurden sie also gewaschen und in einem großen Topf mit etwas Wasser bedeckt gekocht, bis eine leicht matschige Masse entstand. Danach haben wir sie durch die Flotte Lotte passiert und danach zur Marmelade weiter verarbeitet.

 

 

Diese Arbeitsreihenfolge wende ich bei mittlerweile fast allen Marmeladenrezepten an: erst Früchte vorkochen, mit Wasser oder auch etwas Apfelsaft, danach passieren, danach mit Gelierzucker, meist 2:1 entsprechen Packungsanweisung dosieren und einkochen. Dann in vorbereitet Twist-Off Gläser füllen. Hier gehe ich ebenfalls pragmatisch vor und hatte noch nie Probleme: Gläser und NEUE Deckel alleine in der Spülmaschine bei 70°C spülen, danach ausdampfen lassen. Marmelade knalleheiß einfüllen, sofort mit dem Twist-Off-Deckel verschrauben und NICHT umdrehen. Dadurch würde nur der Deckel verschmutzt und das Vakkuum entsteht so oder so bei den neuen, modernen Deckeln. Kontrolle hat man durch das "Plock", wenn der Deckel im Laufe des Abkühlprozesses nach innen schnalzt und dabei klackt. Dann ist alles gut und die Marmelade hält sich im Dunkeln auch ohne Kühlung.

 

Wenn Du übrigens freie Sträucher und Bäume zum Ernten für den Eigenbedarf in öffentlichem Raum suchst, findest Du das ganz toll auf der Seite mundraub, schau mal, ob auch in Deiner Nähe ein Schlehendorn ist. Holunder haben wir übrigens auch gleich mitgeerntet und verarbeitet. Yummie!

 

SCHLEHEN-MARMELADE

 

Rezept für kleine Twist-Off-Gläser, ca. 6-7 Stück pro 1 kg Früchte, zum Beispiel von Gläser & Flaschen

 

1 kg gekochtes Fruchtmus

500 g 2:1 Gelierzucher

Zubereitung nach Packungsanweisung

 

Vorgehen wie oben im Text beschrieben

 

Lass es Dir schmecken. Sei glücklich!

 

SCHLEHEN-MARMELADE

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