Interview mit German Food Blogs

 

Diese Woche habe ich paar spannende Fragen von German Food Blogs beantwortet. Aber lest selbst!

 

Name deines Foodblogs?

Sanddorn & Seegras - Ehrliche Küche. Nordisch Inspiriert.

 

Stell’ dich doch einmal kurz mit Namen, Alter, Wohnort, Beruf und Hobbys vor!

Mein Name ist Kathrin. Ich bin 46 Jahre alt, wohne in Gleidingen auf dem Land 20 km südlich von Hannover und bin Maschinenbau-Ingenieurin. Meine Hobbys sind meine Familie, Kochen, Bloggen, die Nordsee & Natur, Laufen und Lesen. Und immer neues Lernen. Ich liebe Wissen! Und ich werkele gerne herum und sammele Küchenmaschinen.

 

Was unterscheidet deinen Blog von den Anderen?

Die zusätzliche Portion Wissen & Liebe, die es bei mir gratis und ungefragt dazugibt. Und die nordische Inspiration und meine ehrliche, bodenständige Küche. Stolz bin ich auf meine Fotos, denn über das Fotografieren bin ich erst zum Bloggen gekommen. Aber das können andere auch gut.

 

Was hat dich dazu motiviert, einen Blog zu starten? Und warum überhaupt ein Foodblog?

2015 war ich einige Monate sehr krank am Körper. Damit ich es nicht auch noch am Geist wurde, brauchte ich eine Aufgabe. So habe ich mit dem Bloggen begonnen. Am Anfang auch mit Eigenkreationen zu Urlaubspostkarten und Blumenfotos. Dann wurde es aber immer mehr ein Foodblog, weil ich als Ingenieurin einfach die geborene Köchin bin. Physik, Thermodynamik, Chemie, Prozesse, etwas Handwerkliches und die passenden Maschinen dazu: voll mein Ding!

 

 Wer oder was hat in dir die Leidenschaft für das Kochen/Backen geweckt?

Meine Mama, meine Ömi & mein verstorbener Papa, der aus einer Schlachterei kam und dessen Eltern & Schwester eine Gastwirtschaft betrieben haben. Aber vor allem mein Papa: er selbst war immer am Kochen interessiert, hat mich früh mit dem Wert von Fleisch und dessen Verarbeitung in Berührung gebracht (ich weise nur auf das Kaninchen hin, welches wir am Ende zu zweit in der Waschküche ausgenommen haben, weil der Rest es superekelig fand). Er stand gerne auch mal mit in der Küche und hat mir wie der Rest der Familie immer Neugierde auf Neues und das Vertrauen an mein Können vermittelt. Er hat die Familie, wie meinen Bruder auch, an allen Orten der Welt in alle möglichen neuen Restaurants geschleppt und uns vom Imbiss bis zur Sterneküche die Türen geöffnet. Heute ist mein Mann, meine Schwägerin und mein Schwager und alle Freunde der Treiber, da wir uns jeden Freitag in alter Familientradition zum Essen treffen und die Leidenschaft zum Kochen somit immer am glühen gehalten wird.

 

Büro, Café, vom heimischen Sofa oder direkt aus der Küche – von wo aus bloggst du?

Meistens im Bett. Ist so gemütlich dort.

 

Gibt es Lebensmittel, mit denen man dich jagen kann?

Sellerie. Ich habe eine Allergie gegen einige rohe Lebensmittel und mein Körper weiß schon, was er hasst. Aber wenn er in Suppen oder Nudelsaucen als Grundlage enthalten ist, ist das ok. Ohne würde dann doch etwas fehlen.

 

Und auf der anderen Seite: Gibt es Lebensmittel, die du am liebsten überall verwenden würdest?

Butter. Und Salz & schwarzer Pfeffer. Geht überall, auch an Süßem und gehört bei uns einfach dazu.

 

Welches Land ist deiner Meinung nach eine kulinarische Reise wert?

Dänemark. Die können wirklich kochen dort. Auch wenn „nordic cooking“ immer trendiger wird, gibt es hier noch sehr viel zu entdecken!

 

Hast du irgendeine Macke, die besonders beim Kochen/Backen deutlich wird?

Nicht beim Kochen, aber in der Küche: zackiges Delegieren an mein Küchenpersonal. Manchmal etwas zu burschikos, ich weiß. Aber so ist der Ton halt in einer Profiküche ;-).

 

Auf was kannst du beim Werken in der Küche so gar nicht verzichten?

Küchentücher (Zewa): zum Aufwischen, Auffangen, Tellerrand säubern und was auch immer. Der Verbrauch ist enorm irre bei uns. Ach ja, und mein Lieblingsmesser natürlich. Und mein Küchenpersonal.

 

Was ist deine Inspirationsquelle? Und wo befindet sie sich?

Meine Kreativität und mein Geist. Ok, die Lebensmittel selbst. Und meine 1000 Kochbücher. Aber meist die Lebensmittel selbst: „Der Markt entscheidet“, wie der große Paul Bocuse schon sagte.

 

Ganz unter uns: Wie sieht es bei dir in der Küche nach deinem Experimentieren aus?

Ohne mein Küchenpersonal? Als hätte einen Bombe eingeschlagen. 20 Baustellen gleichzeitig. Ausgeweitet auf den Flur vor der Küche und andere Ablageorte, an die ich herankomme. Aber der Gatte ist gnädige helfende Hand und hält mich an, immer wieder etwas Ordnung zu üben. Obwohl ich sonst echt aufgeräumt unterwegs bin. Kreatives Chaos in der Küche hilft meinem Geist aber zu Hochtouren.

 

Welches Hilfsmittel aus deiner Küche begleitet dich seit deinem Blogdebüt und wird wahrscheinlich nie ausgetauscht?

Blogdebüt ist ja nun bei mir erst vor 2 Jahren gewesen, Küchendebüt schon viel länger. Ich würde sagen, mein gutes Messer. Das wird auch halten und es wird somit gar kein Grund bestehen, es auszutauschen. Ach ja, und der Gatte natürlich.

 

Hand auf ’s Herz: Sehen deine Gerichte immer so perfekt aus oder geht auch mal etwas schief?

Klar sehen sie so perfekt aus. Wer es auf das Foto schafft, hat gewonnen. Ich lichte ja nicht die Ergebnisse ab, die auf dem Küchenboden landen. Wenn ich dort fotografieren würde, hätte ich aber auch das eine oder andere abzulichten! Ich gehöre übrigens zu den Bloggern, die ihr fotografiertes Essen auch essen.

 

Folgst du dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ oder ist für dich das Verkosten am Ende das Wichtigste? 

Der Weg ist das Ziel. Werkeln, Basteln, Kreieren, mit den Händen arbeiten. Danach wird es schon fast langweilig. Nur der Applaus der Gäste und des Gatten motiviert mich immer aufs Neue. Das ist schon schön, wenn anderen mein Essen schmeckt und ich für sie kochen durfte.

 

Gute Gerichte und Lebensmittel verlieren zunehmend an Wert. Woran liegt das und was kann bzw. sollte man dagegen tun?

Gute Gerichte und Lebensmittel verlieren überhaupt nicht an Wert. Wirklich Gutes nimmt hingegen immer mehr Raum ein. Wichtig ist, dass der Verbraucher weiß oder lernt, was gut ist. Sich dazu eine Meinung bildet. Zu dem Lebensmittel, dessen Frische, Ursprung, dem Hersteller, dessen Code of Conduct und Umweltschutz. Der geschulte Verbraucher weiß dann, was er kaufen sollte, wie oft und was besser nicht. Egal ob im Discounter oder auf dem Markt. Dann klappt es auch weiterhin mit dem guten Gericht und dem guten Lebensmittel. 

 

Wie privat ist dein Blog? Was gehört für dich ins Internet und was nicht?

Ich erzähle viel auf meinem Blog, ohne viel zu erzählen. Das schöne ist, dass jeder hier, jederzeit, seine eigene Grenze ziehen kann.

 

Hast du dein Smartphone oder deinen Laptop rund um die Uhr parat oder gibt es Zeiten, in denen du offline bist und es auch bleibst?

Rund um die Uhr. Ich bin zwar kein digital Native aber muss auch nicht offline sein, um zu relaxen. Definitiv aus ist es beim Spaziergang an der Nordsee und in der Küche. Klingt jetzt komisch aber wenn ich koche, koche ich. Live-Instagram oder Snapchat sind daher dazu bei mir nicht zu finden.

 

Wie wichtig ist dir die Anzahl deiner Leser?

Geht so. Ich blogge als Hobby für Freunde und Familie und für meine eigene Rezeptesammlung. Wenn mich aber jemand „Fremdes“ liest und liked, finde ich das auch klasse.

 

Bloggst du für dich oder für die Welt?

Ich blogge für mich. Ich finde schreiben und Worte und Wissensvermittlung klasse. Insofern blogge ich für alle, weil ich es toll finde, was man heute alles über einen Blog in die Welt senden kann.

 

Welche deiner „Kollegen“ schätzt du am meisten?

Persönlich kenne ich noch niemanden. Das sollte man aber aus meiner Sicht, um diese Frage zu beantworten.

 

Ohne welche Musik kannst du nicht leben/kochen?

Bei mir läuft fast nie Musik. Daher kann ich gut ohne.

 

Mit welchem Koch würdest du gerne mal ein Menü herrichten? Mit Paul Bocuse. Und Paul Häberlin, aber der lebt nicht mehr. 

 

Welches Kochbuch würdest du nie aus der Hand geben?

Mein eigenes, in welchem ich alle wichtigen Gerichte seit Jahren handgeschrieben festgehalten habe.

 

Wie groß ist deine Küche?

Immer zu Klein. So ca. 12 qm.

 

Was macht eine Foodbloggeschichte für dich lesenswert?

Wenn ich dabei etwas neues Lerne. Neue Techniken, neue Geräte, neue Lebensmittel. Und wenn ich dabei schmunzeln kann oder mein Herz berührt wird.

 

Und zu guter Letzt ein Klassiker: Wenn du die Zeit zurückspulen könntest, was würdest du an deinem Leben (und vielleicht an deinem Blog) ändern?

Nichts. Ich bin so dermaßen glücklich und zufrieden, dass es schon manchmal Angst macht.

 

Wen oder was würdest du auf eine einsame „Kochinsel“ mitnehmen? TOP3

> Foodblogs:

1. Nutriculinary

2. Anonyme Köche

3. Our Food Stories

> Kochbuch:

1. Marcellas Geheimnis von Marcella Hasan

2. Genial Italienisch von Jamie Oliver

3. Das große Dr. Oetker Backbuch, von meiner Mama mein erstes Kochbuchgeschenk

> Musikalbum:

1. Ramones von The Ramones

2. The Future starts here von The Doors

3. Bochum von Herbert Grönemeyer

> Kochutensilie:

1. Mein Messer

2. Mein Messer

3. Meinen Gatten

Salz oder Pfeffer?

>  Salz

Bier oder Wein?

>  Ich trinke gar keinen Alkohol.

Süß oder Herzhaft?

> Herzhaft

Hauptgang oder Dessert?

>  Hauptgang

„Early Bird“ oder „Night Owl“?

>  Night Owl

Ordnungsfanatiker oder Dreckspatz?

>  Ordnungsfanatiker

Kaffee oder Tee?

> Kaffee

Lieblings...:

> …messer: Der Flachschmieder von Herder

> …gewürz: Salz

> …koch: Paul Bocuse

> …kochzeit/tag: Samstag den ganzen Tag über

> …rezept: Nudelsalat von meiner Mama

 

Vielen Dank für das Interview!

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