Hier findest Du kontinuierlich ergänzt alle meine gelesenen Bücher nebst Wertung. Die Seepferdchen geben Dir eine ungefähre Richtung an, welche Bücher besonders klasse sind. Meine neuesten Anschaffungen stehen immer zuoberst. "Fünf von fünf Seepferdchen" ist die höchste Bewertung. Ein Seepferdchen bedeutet Buchabbruch. Bei zweien habe ich durchgehalten, aber nur quälend. 3 ist ordentlicher Durchschnitt, gut lesbar aber eben nicht der Brenner, 4 klar gut bis sehr gut und 5 eben einfach nicht zu toppen. Viel Spaß beim Stöbern.*

 


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BÜCHER 2020


Derzeit lese ich "Restebücher", also solche, die seit bestimmt 4 Jahren bei mir ungelesen im Schrank stehen. Entweder, weil ich keine Lust auf sie hatte oder, weil es immer mindestens ein interessanteres Buch gab. Und bei manchen hat sich auch bewiesen, dass ich sie hätte stehen lassen können. Ja, ich habe bei diesem Buch mehrfach schallend gelacht, dem Gatten die urkomische Alien-Story erzählt und ja, hier wird einem anhand einer lustigen Story ziemlich schnell klar, wie elendig wir als Menschen manchmal sein können. Trotzdem bin ich mit dem Inhalt nicht wirklich warm geworden und spannend war es auch nicht. Schade.


Ich glaube, ich habe das Lesen verlernt. Zumindest das konzentrierte, begeisterte, wortaufsaugende eines Romanes, ohne die Schnelligkeit oder die Komplexität eines skandinavischen Krimis. Ja, der Roman um Tyll (Till Eulenspiegel) ist bestimmt großartig. Man lernt tatsächlich auch die Geschichte viel besser kennen und ja, Kehlmann kann schon schreiben. Aber ach. Zeiten in Präsenz wechseln sich ab mit denen in der Vergangenheit, seitenlange Texte ohne Dialoge. Bestimmt schön, aber nichts für mich. Ich war nicht gefesselt und musste mich durch die Seiten wirklich hindurch quälen. Sorry, Tyll.


Seufz. Ich vermag es nicht mehr, diese Bände um Frauenpersonen in der Historie zu lesen, zu den ersten Feministinnen, die aber doch keine sind oder zumindest so dargestellt werden. Es passiert wie immer: Mann stirbt, Frau übernimmt das Gewerbe, hier die Buchdruckerei, unwillige Nebendarsteller, z.B. die Gesellen, böse Männer, der intrigante Stiefsohn, versuchen dem Gelingen der Führung als Frau entgegenzutreten. Soweit so gut. Was nun kommt ist auch immer ähnlich, zumindest in den Büchern, die ich einfach nicht mehr weiter lese: Protagonistin kann sich nicht durchsetzen, jammer, jammer. Dann Lösungssuche, dann verzweifeltes Hadern und für mich damit die Menge an negativen Schwingungen und Genervt erreicht, damit ich das Buch abbreche. Ja, mag alles so sehr realistisch sein, aber es gibt genug Bücher, die dies in positivem Maße fühlen lassen und eben nicht so abgrundtief ätzend. Das brauche ich nicht in meiner freien Zeit. Ich gebe zu, da brauche ich Sonnenschein.


Diese Wertung passend zum Titel setzt sich aus einem eher schlechten Teil im ersten Part des Buches und einem grandiosen gewohnten Part im zweiten Teil zusammen. Denn irgendwie bin ich diesmal nicht so gut reingekommen, wie in den sonstigen Bänden um die EX-Ermittler Berger & Blom. Dann aber wurde es richtig gut, der Fall gewann an Tempo und man tauchte auch, wie schon in den vorherigen Fällen, in die Abgründe der Protagonisten ab. Somit habe ich den Band am Ende zufrieden weg gelegt.


Die ist eigentlich eine 3+, weil das Buch im zweiten Teil durchaus an Spannung gewonnen hat. Die Idee, eine historische Frauenfigur, eine Künstlerin zu Rembrandts Zeiten, in den Mittelpunkt zu stellen, ist wunderbar. Leider gewinnt das Buch aber nicht genügend an Kraft, weitere Personen und Handlungsstränge lenken er ab, als dass sie Tiefe bringen und die Personen bleiben mit ihren Charakteren sonderbar an der Oberfläche. Wirkliche Probleme werden auf der Gefühlsebene nur angekratzt. Alles in allem also ein solides Werk, dem aber der letzte Twist und die literarische Tiefe leider fehlt. 


Fehlalarm. Es fängt damit an, dass ich unwissend, obwohl immer darauf achtend, einen nicht aktuellen Thriller von Gruber erworben habe. Die Auflage ist frisch - eben weil wieder aufgelegt, das Erstlingswerk stammt aber aus 2007, es handelt sich hier also um eine Neuausgabe. Also ein Buch, was defakto vor den spannenden Bänden um die Kommissare Snijder & Nemez stammt - aus einer Zeit, in der Gruber aus meiner Sicht noch nicht seine derzeitige Form in Bezug auf Protagonisten, Sprache und Spannung erworben hat. Für mich also ein Buch, über das ich mich zum einen ärgere, es gekauft zu haben, zum anderen es gähnend langweilig fand. Schade.


Der erste Buchabbruch in diesem Jahr. Ich fand die Variante "japanischer Thriller" eigentlich sehr ansprechend und neu für mich, auch war ich überrascht über den Wälzer, als ich ihn in den Händen hielt und freute mich auf viele Seite Lesevergnügen. Leider vergaß ich dabei den Japanischen Stil: eher schwermütig, Zweifelnd, Hierarchieverbunden, wenig Lustig, wenig hell, sehr anders und vor allem nicht schwungvoll spannend. Daher habe ich nach Seite 70 das Buch zugeklappt und war froh, nicht weiter zu lesen.  


Sie kann es einfach - der aktuelle Band um Kommissar Ganache aus Quebec ist wieder wunderbar vielschichtig, gut geschrieben und sehr spannend geraten. Diesmal geht es um ein Testament und parallel werden die letzten Drogen aus dem fulminanten vorherigen Band gesucht. Wie immer spielt Ganache seine vernetzten Strategien geschickt aus, gleichzeitig sind die Protagonisten liebeswürdig, schrullig, verschroben aber auch undurchsichtig. Großartig wie immer!


Örgs - für zwischendurch bin ich ja schon Fan von Schmonzetten, aber diese hat es nun leider wirklich nicht gebracht. Die Handlung ist komplett eindimensional auf die beiden Protagonisten ausgerichtet, deren Liebe Zueinander eben jene, einzige Handlung darstellt, am Ende kriegen sie sich und vorher gibt es noch die nötige Störung der Liaison durch den Ex. Nun gut. Kann man machen, muss man aber nicht.


Endlich wieder ein Thriller zum Weglesen. Aber Achtung: hier bekommt man keine nordischen Verkettungen mit düsterer Atmosphäre sondern solide Agenten-Spionage. Und vor allem diesmal in wirklicher James-Bond- bzw. früherer Art a la Spion, der aus der Kälte kam - der 18. Band aus der Serie um den Israeli Allon ist so spannend wie immer schon.


Nun. Vom ersten Band mit einer 4er-Wertung hinab auf eine 2er-Wertung, die ab Seite 150 ehrlicherweise nur noch quer gelesen war. Was ist passiert? In Summe glaube ich, find der Protagonist Oxen in diesem Band einfach an zu nerven. Ein wenig Zuviel Mimimi, zuviel Gedöns um ihn und seine nicht vorhandene Beziehung zu seinem Sohn und ein Fall, der mit dem Danehof nichts zu tun hat, sondern mit der Vergangenheit von Franck und Mossman. Das ganze langatmig und irgendwie ohne Ziel. Pech. Oxen, Du bist raus. 


Band 3 der Serie um den Ex-Soldaten Niels Oxen und den Geheimbund Danehof, dem eigentlichen Staat im Staate Dänemark. Wie nicht anders zu erwarten, erweist sich Oxen als sehr lebendig und beschließt nach einer Zeit des Gesundens und Abwartens, seine Unschuld zu beweisen anstelle sich weiter zu verstecken. Dabei kommt er, wie soll es anders sein, mit seinen alten Ermittlern Franck, Mossmann und Sonne zusammen. Was dann kommt, ist zwischen gähnend langweilig, total verschwurbelt und manchmal einfach nur unnötig eine überzogene Geschichte an deren Ende, oh Wunder, der Bund natürlich nicht aufgelöst wird. Gut, ich habe Band 4 gekauft, also wird es hier noch weiter gehen.


Weiter geht es mit der dänischen Reihe um den Ex-Soldaten Niels Oxen, der den Machenschaften des Geheimbundes Danehof auf der Spur ist, auch weil er im Fokus der 3 obersten Bosse steht und exekutiert werden soll. Wie auch im vorherigen Band ist der zweite Teil in sich abgeschlossen, die große Story des Geheimbundes ergibt sich aber erst aus dem Kontext. Es ist solide Krimikunst, da aber an sich Aufbauten rund um Geheimbünde nicht so meins sind, gibt es etwas Abzug. 


Nun, mein Wille in diesem Jahr, mehr Romane zu lesen, scheitert derzeit an den großartigen Krimis in meinem Vorrat. Und dann immer gleich als Reihe, damit man ein paar Wochen am Stück beschäftigt ist. Dieser erste Band hier um den ehemaligen dänischen Soldaten Niels Oxen ist ein solider Start in eine derzeit 4 Bücher umfassende Serie. Der Plot der gesamten Reihe wird in diesem Buch aufgebaut, aber erst in Gänze auf den letzten Seiten - davor geht es um einen Teil des Falles aber vor allem um das Kennenlernen der Protagonisten. Spannend, zweiter Band wird gerade gelesen!


Meine Güte, fast hat er mit Band 4 noch eine Schippe drauf gelegt, was für eine temporeiche Handlung. Die Steigerung der Verwicklungen nehmen ihren Lauf, Band 1-3 sollte zum besseren Verständnis auf jeden Fall vorher gelesen werden! Ansonsten? Klares James-Bond-Feeling, am Ende in einem Grand-Hotel in der Schweiz mit - Achtung Spoiler - der Explosion eines Staudammes und dem Verschwinden des Protagonisten. Ich habe die Bilder vor mir, super Sprache und Erzählkunst. Was für ein Cliffhanger! Und, wichtigste Info am Ende: sie haben sich endlich! Aber geht es wirklich so aus, wie es ausgeht? Band 5, wo bist Du??


Und die Reihe geht weiter und wüsste ich nicht um den vierten Band, der neben mir liegt, hätte dies auch durchaus schon ein fulminanter Count-Down des Gesamtfalles aus Band 1 bis 3 sein können. Meine Güte, was Krüger hier alles in die Handlung gepackt hat, welche Knoten er aus den vorherigen Bänden löst und alles ist wie bei diesen russischen Puppen, es ist in der nächst kleineren immer eine noch kleinere vorhanden, die Handlung mäandert in immer komplizierteren Mustern daher. Wow. Und dann die immer bleibende Spannung: küssen sie sich jetzt nur oder kommt endlich, endlich mehr?


Zweiter Band der Reihe um die Kommissare Winter & Parkov, dem Nachahmungs-Double von Nemez & Snijder. Diesmal sogar mit putzigem Verweis "auf den Niederländer beim BKA" aus der Handlung heraus. Aber nun gut, kommen wir zum eigentlichen Inhalt des Buches, welcher der Handlung von Band 1 stark nachfolgt. Ein einzelnes Lesen als abgeschlossener Fall ist möglich, macht aber bei dieser Reihe so gar keinen Sinn, bitte beachten. Der Fall ist gut, die Handlung spannend. Warum ein Seepferdchen Abzug? Für die etwas zu poetische Sprache und den etwas zu verworrenen Fall. Ansonsten: mega Reihe! 


Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob dieses Buch nicht eigentlich 5 Seepferdchen verdient. Denn insgesamt habe ich lange keinen so rasanten Buchverlauf, durch den ich mich im Nullkommanichts durchgelesen habe, erlebt. Aber ich glaube, dass es doch mittlerweile das skandinavisch düstere, verwobene, komplexe ist, welches mich bei einem guten Buch fesselt. Fitzek, welcher durchaus sehr gute Thriller komponiert, gleicht im Stil doch eher amerikanischen high-speed-Handlungen. Dadurch wird es aber automatisch nie so dicht wie z.B. in einem Buch von Arne Dahl. Beides ist gut. Für mich das eine aber besser.


Ziemlich daneben. Ich bekam dieses Buch bereits mit den Wortes ausgeliehen: "Schau mal, was Du meinst, die wurde so gelobt, aber dieses Buch....". Ich mag also beeinflusst gewesen sein. Kenne aber andererseits alle bisherigen Fälle und fand diese, wenn auch ganz anders als meine bevorzugten skandinavischen Krimis, immer gut. Aber nun hier: am Ende konnte ich das Buch gerade eben nur noch quer lesend abschließen vor lauter Langeweile. Die Szenerie war schnell klar, man hatte von Anfang an das Gefühl, jemand stehe mit der Bremse auf der Handlung. 200 Seiten weniger wären inhaltlich auf das gleiche, lahme Ergebnis herausgekommen. Puh, Frau Neuhaus. Zeit für eine neue Reihe?


Hm. Es ist der nunmehr sechste Band um die englische Familie Warringham, dieser Roman spielt bis ca. 1215 in England und Frankreich, d.h. ein paar Generationen haben wir in Band 1-5 schon hinter uns gebracht. Wie immer hat auch die Hauptfigur dieses Bandes ein Händchen für Pferde, im Zentrum steht John Plantagenet, König von England, mal von Frankreich, je nachdem. Yvain von Warringham, und das ist das Gute an diesem Roman, steht in jedem Kapitel im Vordergrund, wir begleiten ihn durch seine Knappenzeit, bis zum Master of Horses und erleben seine amourösen Verquickungen und tiefe Liebe am Hofe. Aber ach: der Rest ist nach Standardrezept gebaut - Intrigen hier und dort, Verstoßen, dann wieder nicht, geliebt, dann wieder nicht und so plätschert man durch die Jahre - die letzten 100 Seiten vermochte ich nur noch quer zu lesen, die Luft ist raus.