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Linda McCartneys Familienkochbuch - der Versuch einer Erinnerung bleibt seltsam leer und uninspirierend für mich **

LINDA MCCARTNEYS FAMILIENKOCHBUCH - DER VERSUCH EINER ERINNERUNG BLEIBT SELTSAM LEER UND UNINSPIRIEREND FÜR MICH **

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"Die Pionierin der pflanzenbasierten Ernährung - Linda McCartneys vegetarische Küche neu entdeckt: Mary, Stella und Paul McCartney haben für dieses stylische Kochbuch zahlreiche, schmackhafte Klassiker für die moderne Küche mit den neuesten Erkenntnissen der pflanzenbasierten Ernährung aktualisiert und teilen ihre eigenen Lieblingsrezepte mit den Leserinnen und Lesern. Von American Pancakes, Chili non Carne und Sausage Rolls über Shepperds Pie, Pad Thai und Pulled Jackfruit Burgern, bis hin zu Panzanella und Chocolate-Peanutbutter-Cookies. Die pflanzenbasierten, nahrhaften und nachhaltigen Rezepte schmecken der ganzen Familie und sind dabei auch noch gut für den Planeten."

 

Ein Buch, welches mich etwas verblüfft zurück lässt. Warum wurde es verlegt? Ja, es enthält eine schöne, die vegetarische und vegane Küche umfassende Rezeptesammlung und sicher auch eine gute Homage an Linda McCartney, welche 1998 gestorben ist und die erste Frau von Paul McCartney war. Aber ansonsten bietet es auch viele Dinge, die ich nicht so gut finde.

 

Der Reihe nach: Das Buch fühlt sich von außen gut an, hat eine strukturierte Oberfläche und schöne, farbig geprägte Texte. Es hat "normales" Kochbuchformat, kein Lesebändchen und ist mit ca. 90 Rezepten und Texten auch normal dick. Innen finde ich ein sehr glattes, fast überhaupt nicht mattes Papier, das mag ich nicht. Zwar wurde extra auf dem Einband hinten darauf hingewiesen, dass das Buch sehr umweltfreundlich hergestellt wurde, was ich sehr gut finde. Für mich passen dazu matte, griffige Seiten aber viel besser als dieser 70er Jahre Glanz. Hm. Was ich gut finde: auch auf das Einschweißen in Folie wurde explizit verzichtet, so soll es sein.

 

Das Vorwort zum Buch stammt aus der Feder von Paul McCarntey selbst. Dieser lebte mit Linda zu einer Zeit auf einem Bauernhof in England zusammen, als sie sich beide dem Fleischlosen Essen zuwanden. Dies und mehr erfahre ich aus seinen Worten. Alles dreht sich dabei sehr um das Tierwohl, es wird aber für alle auch im Laufe der Zeit mehr. Unter anderem ein Familienunternehmen. 

 

Dies ist ein weiterer  Verwirrender Teil: in den Rezepten finde ich oft Fleischersatzprodukte aus dem Shop der McCarntney, auf deren Eingangsseite als erstes der Spruch "Wenn Schlachthäuser Glaswände hätten, wären wir alle Vegetarier". Wie anmaßend. Ich kann es durchaus verstehen, dass man es persönlich so sieht. Sehe es aber anders, insbesondere wenn man zum Beispiel Bücher wie den Fleischcodex liest und versteht, dass sich durchaus auch Menschen mit guter Schlachtung auseinandersetzen. Pauschal sein hilft da nicht immer, ich finde solche Sprüche eher populistisch. Schade. Genauso, wie es eben einfach pure Werbung ist, in fast jedem 3. Rezept auf ein Shopprodukt aus eigenem Hause zu verweisen.

 

Wer Linda McCartney oder Paul auf irgendeine Weise fan-mäßig verehrt, wir wohl mit dem Buch auf seine Kosten kommen: schöne Bilder aus dem Familienfundus, Zitate der Tochter Stella, Berichte aus der Familie, die vielleicht auch neu sind. Und eben die Familien-Rezepte. Welche als fast schon perfekte Sammlung quer durch die heutige vegetarische Küche daherkommen und somit wirklich gut kuratiert wurden.

 

Die Kapitel spannen einen weiten Bogen: Pflanzlich Essen, Frühstück & Brunch, Suppen & Salate, Für Unterwegs, Schnell & Einfach, Feines fürs Wochenende, Beilagen & Snacks, Desserts & Süßes.

 

Die Rezepte, wie gesagt, vielfältig und geradeaus. Das Wintergemüse mit Palmkohl, Mangold, orientalischen Gewürzen und Kokosmilch schmeckt ausgewogen und lecker und ist zusammen mit Volkornreis oder Quinoa eine gute Mahlzeit. Es gibt Gerichte mit Fleischersatzprodukten wie Grillspieße mit Würstchen und Gemüse, das mag ich nicht so. Klassiker wie Tofu mit Pak-Choi und Erdnüssen fehlen nicht, bieten aber auch nicht viel neue Inspirationen. Sprüche auch im Buch wie "Fische, Hühner und Schafe haben ein Herz, Augen und Gefühle. Und sie bekommen Babys - genau wie wir Menschen." helfen mir nicht wirklich weiter in der Betrachtung für eine bessere Zukunft, die das Buch verspricht. Echt jetzt, Linda, Fische? Babys?

 

Alles in allem bin ich von dem Buch somit wenig begeistert. Eingefleischte McCartney Fans werden es aber trotzdem lieben, da bin ich sicher. Und die mexikanischen Süßkartoffeln werde ich auch noch ausprobieren. 

BUCHWERTUNG

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LESEPROBE

Angaben zum Buch

Aus dem Englischen von Wiebke Krabbe

Originaltitel: Linda McCartney's Family Kitchen

Originalverlag: Seven Dials

Hardcover, Pappband,

256 Seiten, 18,9 x 24,6 cm

ca. 170 farbige Abbildungen und Illustrationen

ISBN: 978-3-517-10112-5

Erschienen am  15. November 2021

TrANSPARENZ & QUELLEN

Das Kochbuch "Linda McCartney's Familienkochbuch"  wurde mir für diese Rezension kostenfrei vom Südwestverlag zur Verfügung gestellt. Es fand keine Vergütung dieses Artikels statt. Der Text zur Rezension basiert auf meiner eigenen Bewertung und wurde nicht mit dem Verlag abgestimmt. Quellen Bilder & Zitate: Verlag.

 

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