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Heimwehküche vegetarisch ****

HEIMWEHKÜCHE VEGETARISCH REZENSION KOCHBUCH DK VERLAG

Werbung - Kostenfreies Rezensionsexemplar

 

"Madeleine und Florian Ankner begeben sich in ihrem neuen Buch „Heimwehküche vegetarisch“ auf eine deutschlandweite Spurensuche um authentische und traditionelle Rezepte der fleischlosen Küche aufzuspüren: Jene Gerichte, die unsere Großeltern noch regelmäßig auftischten, bevor Fleisch zur Massenware wurde. Herausgekommen sind über 70 Rezepte, von Nord nach Süd, von West nach Ost. Von Kleinigkeiten und Suppen über deftige und süße Hauptgerichte bis hin zu Vorräten ganz wie aus Großmutters Vorratskammer. Klangvolle Klassiker, wie Schnüsch, Dibbelabbes oder Greane Krapfe, finden sich ebenso wie sättigende Süßspeisen, wie Pfitzauf mit Vanillesauce oder Dampfnudeln mit Birnenkompott. Dazu präsentiert das Buch Informationen zu typisch regionalen Zutaten, wie Alblinsen, Gerste, Dinkel oder Steckrüben, die heute wieder mehr an Bedeutung gewinnen und mit denen sich köstliche Gerichte kochen lassen. In stimmungsvollen nostalgischen Bildern und sehr authentisch berichten unter anderem ein Kulturhistoriker, ein Linsenbauer und viele andere was früher aufgetischt wurde und die Autoren zeigen wie köstlich und vor allem zeitgemäß die vegetarische Heimwehküche doch ist. Für alle Liebhaber*innen der Deutschen Küche, die mit köstlichem Essen gerne in der Vergangenheit schwelgen wollen."

 

Der Verlagstext kündigt ein Buch an, welches ganz nach meinem Geschmack zu sein scheint. Aber schauen wir mal genau hin, was sich hinter dem vielversprechenden Titel verbirgt. Ich halte ein "normal großes" Kochbuch in den Händen, ca. 2 cm dick, qualitativ gut gebunden, wie man es vom Verlag kennt, im Inneren etwas zu glattes Papier für meinen Geschmack und kein Lesebändchen, welches ich bei dem Preis aber auch nicht erwartet habe. Hier also von "außen" gesehen ein guter Eindruck. Im Vorwort lerne ich die Autoren mit einem Bild kennen, sie stehen im Verlauf des Buches nicht mehr im Vordergrund, das finde ich gut. Das Paar schreibt dabei über ihre Motivation zum Buch, dass sie zum Beispiel einen Beitrag leisten wollen, das "Bewusstsein für alte Sorten und fast schon vergessene Gerichte" zu stärken. Hier braucht es für mich keine Brücke, denn seien wir mal ehrlich: wenn ich meine Ömi, Jahrgang 1928, nach "Heimatrezepten" frage (sie wuchs im Ruhrpott auf und wechselte dann mit 16 Jahren nach Lippe, Ostwestfalen), dann bekomme ich sicher keine Gerichte mit Fleisch genannt. Wer damals keinen eigenen Hof hatte, hatte schon Glück, wenn es mal Eier gab und frische Milch für ein wenig Sahne. Die Nachkriegszeiten waren ebenfalls nicht rosig und mit der Steckrübe, die hier wieder mehr Bedeutung bekommen soll, kann ich sie direkt aus dem Hause verjagen, leider. Für mich sind daher "alte" Gerichte meist sowieso vegetarisch. Daher kommt das Buch als kleine Sammlung dazu genau richtig. Dies vorweg.

 

Ich überspringe also gleich mal das Kapitel "Wiederentdeckung", wie gesagt, ich habe schon entdeckt und lande im ersten Kapitel "Kleinigkeiten und Abendbrot". Wie schön ich hier den Aufbau des Buches finde: zweites Kapitel wird "Gemüsevielfalt" sein, gefolgt von "Suppen & Eintöpfen", "Hülsenfrüchten", "Deftige Hauptgerichte" und so fort. Ich finde mich schnell zurecht, hier hat jemand sortiert, wie ich es mag.

 

Das erste Rezept im Buch ist dann auch "Handkäs mit Musik" und hier kommt somit der Auftakt zu einer guten Mischung an "Heimwehküche", denn genau solche Rezepte erwarte ich auch und wäre enttäuscht gewesen, wenn die Standards gefehlt hätten. Sicher nicht das aller komplexeste, neue Gericht, aber das erwarte ich hier ja genau nicht.

 

Das nächste Rezept "Strammer Max mit Pilzen und Petersilienpesto" zeigt aber dann, dass die AutorInnen es wohl doch nicht "zu heimatlich" werden lassen wollen. Hier geht das Konzept gut auf: im Erklärteil wird der Ursprung des Rezeptes erläutert, Pilze und Pesto sind dann aber eine Variation ins Neue. Finde ich gut. Hatte ich allerdings so nicht erwartet. Auch die Sauerkrautpuffer mit Kürbiskernpesto verorte ich jetzt nicht wirklich als heimatlich. Wird es hier wohl etwas "zu modern"? Ich werde skeptisch. Ein paar Seiten weiter bin ich dann mit einem "Norddeutschen Kartoffelsalat" schnell wieder versöhnt.

 

Weiter geht es im Kapitel Suppen, hier finde ich "Schnüsch", "Hamburger Aalsuppe", also schöne nordische Gerichte, "westfälisches Blindhuhn" und einiges mehr, ich bin zufrieden. Auch später geht es mit einer guten Mischung weiter, Grünkohl wird mir etwas zu schräg mit Blumenkohlsteaks serviert, Maultaschen und andere Klassiker sind wieder "wie früher" oder so wie ich sie kenne.

 

Nachgekocht habe ich dann auch ein Rezept, welches "Klassisch" ist, nämlich Linsen und Spätzle. Passend zur nun gestarteten Herbstzeit. Ein Bild über die ganze Seite zeigt das Ergebnis schön fotografiert, wie übrigens alle Bilder im Buch an fast jedem Rezept eines. Zutaten, Mengenangaben und Beschreibung passen, aus meiner Sicht auch für ungeübtere KöchInnen als mich. Und, obwohl ich irgendwie immer davor stand, gelingen meine ersten selbstgeschabten Spätzle hervorragend. Ich stöbere noch etwas im Kapitel "Süßes" und "Vorratskammer" und bin auch mit dem Register nach Zutaten und Rezepten in eins zufrieden, hier kann man sich zurechtfinden.

 

Alles in allem kann ich mit 4 Seegräsern eine hohe Wertung vergeben. Das Buch ist stimmig, ergänzt den Titel "Heimwehküche*" aus dem selben Verlag sehr gut und bietet eine schöne Themensammlung an "alten" Gerichten. Die teilweise modernen Ausflüge hätten dabei für mich nicht sein müssen und ich werde das eine oder andere Gericht noch einmal mit der Ömi auf Authentizität verproben. Bestimmt wäre das Buch auch ein schönes Geschenk für sie, die Steckrübe kommt (fast) nicht darin vor.

BUCHWERTUNG

Nachgekochte Rezepte

Linsen & Spätzle, S. 102

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LESEPROBE

Angaben zum Buch

Madeleine Ankner, Florian Ankner

Heimwehküche vegetarisch

Klassiker von damals für heute

DK Verlag Dorling Kindersley

ISBN 978-3-8310-4247-0

August 2021

192 Seiten, 198 x 254 mm, fester Einband 

Über 150 farbige Fotos

TrANSPARENZ & QUELLEN

Das Kochbuch "Heimwehküche vegetarisch" von Madeleine Ankner und Florian Ankner wurde mir für diese Rezension kostenfrei vom Dorling Kindersley Verlag zur Verfügung gestellt. Es fand keine Vergütung dieses Artikels statt. Der Text zur Rezension basiert auf meiner eigenen Bewertung und wurde nicht mit dem Verlag abgestimmt. Quellen Bilder & Zitate: Verlag.

 

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