Moormöhren-Tarte

 

Letztens auf dem Markt habe ich das erste mal von der Moormöhre erfahren. Kennst Du die? Und dann war da noch das Lila Luder und die gelbe Bete. Ich war ganz begeistert und alle durften erstmal mit, wohlwissend, dass ich noch keinen Plan hatte, was daraus werden sollte. Aber sie waren so hübsch und das hat mir gereicht, um sie in den Einkaufskorb wandern zu lassen.

 

 

Zuhause durften sie dann modelmäßig vor die Kamera. Was Du siehst, ist eine sehr erdig aussehende Moormöhre. Eine lilane Möhre und eine gelbe Bete. Die Moormöhre wächst hier bei uns in Norddeutschland tatsächlich im Moor. Im sogenannten Niederungsmoor. Im Gegensatz zum Hochmoor (das sind die, worin man versinken kann) ist es "vom Grundwasserstand abhängig und bildet sich bei der Verlandung nährstoffreicher Seen, Teiche und Flussläufe. Der Nährstoffreichtum des Wassers ermöglicht eine üppige Vegetation und lässt auch anspruchsvollere Pflanzen gedeihen." Diesem Boden verdankt die Moormöhre dann auch ihren etwas süßlichere, gleichzeitig aber auch kräftigeren Geschmack als die normale Möhre. Ob schon mal jemand in einem Niederungsmoor versunken ist, weiß ich nicht.

 

 

Die lilane Möhre ist das "Lila Luder", eine Kreuzung der normalen, orangen Möhre mit der komplett lilanen Ur-Möhre. Aufgeschnitten sieht man, dass sie noch sehr viel orange mit einem lilanen Rand enthält. Das sieht sehr gut aus, besonders auch als Rohkost verwendet. Christiansens Biohof schreibt dazu: "So vereint diese Kreuzung die besten Eigenschaften beider Sorten: ihren angenehm süßen Geschmack und den hohen Gehalt an Provitamin A hat sie von der modernen orangenen Möhre; von der violetten Ur-Möhre stammen die wertvollen Anthocyane, die den Körper vor freien Radikalen schützen." 

 

 

Ach ja, wie nennst Du eigentlich die Möhre? Eher Karotte oder Rübe? Bei uns im Norden herrscht der Begriff Möhre klar vor. Karotten, so habe ich selbst gelernt, sind dabei die jungen Rüben, also eine altersabhängige Bezeichnung der Möhre. Aha.

 

 

Weiter geht es im Kreise der Hübschen. Als nächstes hat mich die Gelbe Bete besonders angesprochen. Die Rote Bete ist ja mit dem Mangold und der Zuckerrübe verwandt. Die rote Sorte verwenden wir hier oben, um vor allem Labskaus herzustellen. Das haben wir auch mal selber gemacht, aber das Rezept wird wohl nie auf dem Blog landen, die Fotos wären etwas gewöhnungsbedürftig...

 

 

Aber zurück zur gelben Bete. Diese schmeckt nicht ganz so erdig, metallisch wie die rote und eignet sich, in etwas Butter in der Pfanne gebraten, ganz hervorragend als kleiner Snack zwischendurch oder als leckeres Mittagessen mit einem Joghurt-Dip. Dies geschah mit unserer gelben Rübe, da ich nach reiflicher Überlegung die Möhren und die Beete doch nicht in einem Rezept vereint habe. Aus den Möhren wurde nämlich dann eine Tarte. Und der unterschiedliche Wuchs der Beiden hat klar dazu geführt, die langen Möhren hübsch nebeneinander in der Tarte ohne die Bete aufzureihen. Da musste die runde Rübe einfach woanders bleiben. Tragisch, aber wahr. Sie hat sich mit dem Dip dann aber auch sehr wohl gefühlt.

 

 

Zutaten für eine Quicheform* von 32 cm Durchmesser

 

7 Möhren
4 Eier
120 g geriebenen Peccorino
1 Becher saure Sahne
schwarzer Pfeffer frisch gemahlen, Salz, Muskatnuss
wenn vorhanden, ein paar kleine Sprossen
Ofen auf 190°C ohne Umluft, 20-25 Minuten Backzeit

 

Kommen wir nun zur Zubereitung der Moormöhren-Tarte. Zusätzlich durften hier ein paar lilane Möhren dabei sein, bereite Du die Tarte einfach aus den Möhren zu, die Du hast. Als erstes werden diese geputzt, längs geviertelt und danach mit einem Stich Butter in einer Pfanne bei mittlerer Hitze karamellig angebraten. Das vermeintliche Dunkle auf dem Bild ist dabei nicht etwas Verbranntes sondern die violette Außenschicht des Lila Luders. Wenn die Möhren schon ziemlich durch sind, geht es mit der Tarte weiter.

 

 

Du fettest die Quicheform* mit einem großen Durchmesser mit etwas flüssiger Butter oder Öl ein. Die flache Form hat den Vorteil, dass viele Möhren nebeneinander hineinpassen und das Ganze in einer Schicht flach bleibt. Dadurch schauen die Möhren nach dem Backen noch ein wenig aus der Ei-Käse-Masse heraus. Das sieht auch später auf dem Teller gut aus. Ich verwende zum Backen meist Formen von Kaiser. Hierbei finde ich die La Forme Plus Serie qualitativ sehr gut, zum Beispiel auch diese Springform*. Die Reinigung ist einfach und die Lösbarkeit des Backgutes aus der Form sehr gut. Das Backverhalten ist klasse, weil die Formen alle ein recht schweres, gut leitendes und wärmespeicherndes Material haben. Die als kleiner Tipp.

 

 

Wenn Du die Form eingefettet hast, klappst Du den fertigen Teig umgekehrt mit dem Backpapier nach oben mittig hinein und drückst ihn etwas fest. Danach entfernst Du das Backpapier. Vorgebacken werden muss der Teig nicht, daher kannst Du nun die gebratenen Möhren in einem Muster Deiner Wahl direkt auf den Teig legen. Wenn Du mehr Möhren verwenden willst, kannst Du das natürlich machen. Dann liegen sie etwas dichter. Nun vermengst Du noch alle Zutaten für den Guss und verteilst diesen auf den Möhren. Ab in den Ofen und nach ca. 20 Minuten das erste Mal prüfen, wie weit der Guss schon gestockt und der Käse gebräunt ist und ob der Teig schon an den Rändern knusprig goldig wird.

 

Dadurch, dass diese Tarte so flach ist, ist sie nach spätestens 25 Minuten fertig. Zumindest in meinem Ofen war das so und ohne Umluft. Du kannst die Tarte dann noch mit ein paar Sprossen bestreuen und einen frischen Salat in Joghurtsoße dazu reichen. Wir hatten den leicht bitteren Endiviensalat, das hat sich gut mit der süßlicheren Möhre ergänzt. Lass es Dir schmecken. Sei glücklich!

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Krisi von Excusemebut... (Sonntag, 28 Februar 2016 13:41)

    Die Quiche sieht sehr lecker aus. Ich kenne lila Karotten, ich glaube die sind der Moormöhre ähnlich, oder sogar gleich? Ich weis es nicht;) Gelbe Beete habe ich dieses Jahr das erste Mal probiert und find sie super! Ich sage übrigens Karotte;)
    Liebe Grüsse,
    Krisi

  • #2

    Tantin & Professor Hu (Sonntag, 28 Februar 2016 14:11)

    Liebe Krisi, unbedingt ausprobieren, egal ob mit Möhre, Karotte, lila oder orange :-). Viele liebe Grüße, Kathrin

  • #3

    Eva von evchenkocht (Mittwoch, 26 Oktober 2016 19:04)

    Hallo Kathrin,
    habe gerade euer schönes Rezept im neuen Kochbuch entdeckt. Habe vorhin meine Kochbuch-Exemplare ausgepackt und mich über meines gefreut und beim Blättern hab ich euch entdeckt :-).
    Liebe Grüße,
    Eva

  • #4

    Tantin & Professor Hu (Mittwoch, 26 Oktober 2016 19:37)

    Liebe Eva, wie schön, oder? <3 Liebe Grüße, Kathrin